Kindergeschirr: Melamin, Plastik oder Porzellan?

 

„Das Auge isst mit“.

 

Dieser Satz gilt ganz besonders bei Kindern, denn schon anhand der Farbe und Darbietung einer Speise entscheiden Kinder oft auf den ersten Blick, ob sie diese annehmen oder zuerst ablehnen. So werden kräftig rote, gelbe und orangefarbene Lebensmittel bevorzugt, Grünes gilt als Zeichen von Unreife und somit Unverträglichkeit.

Schön angerichtete Mahlzeiten in verschiedenen Formen und Farben sind verlockender als ein blasser Einheitsbrei. 

Auch das Geschirr auf dem die Speisen angerichtet werden kann die Lust aufs Essen positiv beeinflussen. Viele Hersteller bieten deshalb buntes und bedrucktes Kindergeschirr in verschiedenen Materialien an.

 

Eine kurze Übersicht der Vor- und Nachteile:

 

Keramik/Porzellan wird durch Brennen aus Tonmineralien hergestellt. Es lässt sich individuell Formen und bemalen, vor allem als Geburtsgeschenk ist Kinder-Porzellangeschirr aus Manufakturen und Töpfereien sehr beliebt. Keramikgeschirr enthält keine Weichmacher wie Plastik und ist auch für heiße Speisen und Getränke geeignet.

Vorsicht ist bei der Glasur geboten. Farbige Glasuren können gesundheitsschädigende Stoffe wie Cadmium oder Blei enthalten. Das gilt vor allem für Produkte aus dem Ausland oder Deko-Geschirr.
In Deutschland produziertes Keramikgeschirr ist entsprechend gekennzeichnet, wenn es für Speisen bestimmt ist. Geschirr für Dekorationszwecke unterliegt anderen Herstellungsrichtlinien und eignet sich nicht für Ess- oder Trinkbares.
Der BUND rät, säurehaltige Lebensmittel in Glas- statt in Keramikgefäßen aufzubewahren.
Wer sicher gehen möchte, kann seine Keramik einfach und schnell auf Säurefestigkeit prüfen: das entsprechende Gefäß halbvoll mit Essig füllen und 24 Stunden stehen lassen. Wenn sich die Glasur nach dem Entfernen des Essigs verändert hat, ist das Geschirr nicht für säurehaltige Lebensmittel geeignet.

Ein Problem bei Kindern ist auch die Bruchgefahr. Gerade kleine Esser haben viel Spaß dabei die Schwerkraft auszutesten und dabei auch das eine oder andere Essgeschirr vom Tisch zu fegen. Keramik kann deshalb bei der Verwendung für Kinder zu einigen Verlusten führen, auch die Verletzungsgefahr aufgrund der Scherben darf nicht außer Acht gelassen werden.

 

Plastikgeschirr überzeugt durch seine Bruchsicherheit, das vielseitige Farbsortiment und den günstigen Preis. Diese synthetischen Kunststoffe werden aus Erdöl und Rohbenzin hergestellt. Das große Problem bei Plastikgeschirr ist die Vielzahl von Chemikalien, die in den Kunststoffverbindungen enthalten sein kann. Vor allem Weichmacher (Phthalate), Bisphenol A (BPA), bromierte Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen können zu Missbildungen der Geschlechtsorgane und Unfruchtbarkeit führen, bei Mädchen können verfrühte Pubertät sowie, im späteren Alter, Brustkrebs die Folge sein. Auch Allergien und Asthma – Krankheiten, die in den vergangenen Jahren verstärkt auftreten – können im Zusammenhang mit der Belastung durch hormonelle Stoffe stehen. Besonders beim Erhitzen und beim Kontakt mit heißen Speisen und Getränken werden diese Stoffe verstärkt freigesetzt. Kindertrinkgefäße aus Plastik sind bei Eltern sehr beliebt, da sie hygienisch, bruchfest und leicht sind. Achtet beim Kauf aber unbedingt darauf, dass der Kunststoff frei von BPA ist und verwendet keine Gefäße aus Polycarbonat. Kinderplastikgeschirr sollte wenn überhaupt aus PP oder PE sein.

 

Eine sinnvolle Alternative ist Kindergeschirr aus dem ebenfalls bruchfesten Kunstharz Melamin (z.B. von sigikid). Allerdings können bei hohen Temperaturen über 70°C die Einzelverbindungen Melamin und Formaldehyd freigesetzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, Melamingeschirr nicht zum Kochen oder zum Erhitzen in der Mikrowelle zu verwenden. Das Einfüllen von heißen Speisen und Getränken und die Verwendung für Speisen unter 70°C wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

 

Fazit: Das perfekte Kindergeschirr gibt es (noch) nicht.

 

Wer Verluste einkalkuliert und eventuelle Scherben zuverlässig beseitigt ist mit entsprechend gekennzeichnetem Keramikgeschirr wohl auf der sicheren Seite. Auch das beliebte Melamingeschirr, das mit süßen Motiven und seiner Bruchfestigkeit punktet ist bei entsprechender Verwendung eine gute Wahl. Plastik kann für unterwegs eine praktische Lösung sein, zum alltäglichen Gebrauch und vor allem für warme Speisen und Getränke ist es allerdings nicht geeignet.

 

 

Die Quellen findet Ihr zum Nachlesen unter:

 

http://www.bund.net/nc/service/oekotipps/detail/artikel/keramik-enthaelt-schadstoffe/

 

http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/1997/21/gefaehrliche_urlaubssouvenirs_-824.html

 

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/120615_bund_chemie_achtung_plastik_broschuere.pdf  Sehr interessant, diese Broschüre solltet Ihr Euch unbedingt mal durchlesen!

 

http://www.test.de/Melamin-Geschirr-Gesundheitsgefahr-durch-Erhitzen-4238495-0/

 

http://www.bfr.bund.de/cm/343/freisetzung_von_melamin_und_formaldehyd_aus_geschirr_und_kuechenutensilien.pdf

 

Übrigens- auch das kindergerechte Dekorieren von Speisetellern zu Smileys oder Tieren und ein ansprechend gedeckter Familientisch sorgen für zusätzlichen Genuss und Wohlgefühl. Brot und Käse lassen sich sehr dekorativ mit Hilfe von Plätzchenausstechern anrichten. Buntes Gemüse lässt sich unglaublich vielfältig anrichten, Tiere, Gesichter, Bäume, Blumen - Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Gewürzblüten“, frische Kräuter oder fein geraspeltes buntes Gemüse zum Bestreuen peppen jede Mahlzeit auf. Ein paar Ideen für phantasievolle Obst- und Gemüsegebilde findet Ihr hier auf meiner Website und natürlich in meinem Buch „Lieblingsessen“.

 

 

So sah es am 03. August aus, als wir bei uns im Garten ein lustiges Picknick veranstalteten. Allen Mamas, Papas und Kids auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank fürs Mitmachen.

Das fertige Video bekommt Ihr in Kürze auch noch zu sehen.

Bilder vom Eltern-Kind-Picknick

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Foto © Maike Jessen, mit freundlicher Genehmigung des Südwest-Verlages

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Foto © Maike Jessen, mit freundlicher Genehmigung des Südwest-Verlages

Kabeljau mit Tomaten- Bröselhaube und Brokkolireis
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