Kleidung-unsere zweite Haut

Die menschliche Haut ist mit einer durchschnittlichen Oberfläche von 1,5-1,8 qm und einem Gewicht von ca. 8-12% des Körpergewichts das größte Organ des Menschen. Sie ist ein sehr komplexes Organ mit vielerlei Funktionen.Vor allem dient sie dem Schutz des Körpers als wichtige äußere Barriereschicht, aber auch als Teil des Immunsystems und bei der Flüssigkeits- und Temperaturregulation erfüllt sie wichtige Aufgaben.

Mit unserer Kleidung umhüllen wir uns wie mit einer zweiten Haut und sollten diese dabei in Ihrer Funktion unterstützen.

Der Alltag sieht oft ganz anders aus- synthetische Fasern, die uns schwitzen lassen und die natürliche Hautatmung beeinträchtigen. Giftsstoffe in Kleidung, die  über die Haut in den Körper gelangen und unserer Gesundheit schaden.

Gerade bei Babys und Kleinkindern, deren natürlich Hautbarriere und Immunsystem noch nicht voll ausgereift sind, kann das verheerende Folgen haben.

 

Deshalb möchte ich an dieser Stelle ein Plädoyer für gesunde Kleidung aus biologischen Naturfasern und ohne giftige Schadstoffe halten und Euch regelmäßig über Neuigkeiten informieren.

Hautpflege: Kälteschutz für zarte Babyhaut

Der Winter hat uns fest im Griff, der Wind bläst eisig durch die Lande und trotzdem sollten wir unseren Kleinen täglich eine Nase voll Frischluft und eine Portion Tageslicht gönnen. Wie muss die empfindliche Babyhaut in der kalten Jahreszeit geschützt werden?

Babyhaut ist im Vergleich zur Erwachsenenhaut nur etwa ein Fünftel so dick, der äußere Hornschichtverbund ist nicht ausreichend kompakt und auch der Hydrolipidfilm und Säureschutzmantel sind nur unzureichend ausgebildet. Dadurch kann es zu einer sehr raschen Austrocknung kommen und auch die Temperaturregulation ist vermindert. Von Anfang an benötigen die Kleinen eine angepasste Pflege.

Besonders im Winter aber leiden viele Babys und Kleinkindern unter sehr trockener, empfindlicher oder neurodermitischer Haut. Das kommt vor allem durch die trockene Heizungsluft, aber auch durch extreme Temperaturwechsel von draußen nach drinnen und eisigkalte Luft zustande.

Wichtig sind hier zwei Pflegeschritte: Eine befeuchtende und rückfettende Basiscreme und eine wasserfreie Kälteschutzsalbe.


Als Basispflege eignen sich vor allem Produkte mit nativen fetten Pflanzenölen wie Mandelöl, Nachtkerzenöl oder Jojobawachs. Besonders reichhaltig pflegend und schützend ist die afrikanische Sheabutter (siehe dazu auch den Artikel in F.O.R.U.M 28/2011 "Sheabutter- Balsam für die Haut").

 

Neben wertvollen Fettsäuren enthält Sheabutter wichtige Hautvitamine wie Beta-Carotin und Tocopherole, sowie hautberuhigendes und entzündungshemmendes Allantoin.

Zur Hautbefeuchtung sollte die Creme vom W/O-Typ bis zu 30% Wasser oder noch besser ein pflegendes und beruhigendes Pflanzenhydrolat, z.B. Rosen- oder Melissenhydrolat enthalten.

 

Alternativ oder bei sehr trockener, schuppiger oder zu Entzündungen neigender Haut kann diese vor dem Auftragen der Creme mit etwas Hydrolat befeuchtet werden. Nicht geeignet sind Cremes mit Zinkoxid, oft erkennbar an der weißen Farbe und der zähen Konsistenz und unter der Inhaltsstoffangabe Zinc Oxide (CI 77947). Zinkoxid trocknet die Haut aus und kann zudem die natürlichen Hautfunktionen beeinträchtigen. Auch Paraffinöle, Vaseline, Silikonöle, Konservierungsstoffe und synthetische Duftstoffe sind für die empfindliche Baby- und Kinderhaut ungeeignet und können zu Irritationen und Reizungen führen. Generell gilt: naturreine, möglichst kbA Inhaltsstoffe, „weniger ist mehr“, also eine übersichtliche Anzahl an Inhaltsstoffen und dabei Qualität statt Quantität.

 

Im Freien benötigen Babys, Kleinkinder und auch Erwachsene im Winter einen angepassten Kälteschutz. Dies sind Salben, welche ohne den Zusatz von wässrigen Inhaltsstoffen und mit schützenden Zusätzen wie z.B. Bienenwachs hergestellt sind. Diese Salben werden vor dem nach draußen gehen als dünner Film auf die Stirn, Nase, Wangen, Lippen und Hände aufgetragen und verhindern so das Austrocknen der Haut durch übermäßige Flüssigkeitsverdunstung und außerdem Hautschädigungen durch gefrierende Feuchtigkeit auf der Haut.

 

Für die Qualität der Inhaltsstoffe gelten dieselben Kriterien wie bei der Basispflege. In warmen Räumen sollte die Kälteschutzcreme mit einem weichen Tuch oder ggf. mit etwas Lotion entfernt und danach die entsprechende Basispflege aufgetragen werden.


Neben der Hautpflege spielt auch die Kleidung im Winter eine wichtige Rolle. Um die körpereigene Hautatmung nicht zu beeinträchtigen empfiehlt es sich Kleidungsstücke aus kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern zu wählen.

 

Diese werden dann der Außentemperatur angepasst im Zwiebellook getragen. Besonders bewährt haben sich Unterwäsche und Babybodys in Wolle/Seide-Gemisch.

Diese wirken optimal klima-und feuchtigkeitsregulierend, sie halten die Körperwärme im Freien und verhindern eine Überwärmung in geheizten Innenräumen.

 

Durch den Seidenanteil sind diese Kleidungsstücke zudem sehr hautverträglich und führen nicht zu Juckreiz oder unangenehmem Kratzen. Über der Wolle/Seide-Unterwäsche wird dann je nach Bedarf leichte Baumwollkleidung oder Wärmeres aus Schurwolle getragen.

 

Als äußerste Wärmeschicht im Freien sind dicke Wolltextilien, wie Strickjacken und Strickhosen oder Walkkleidung optimal. Gewalkte Jacken und Anzüge haben im Winter außerdem den Vorteil, dass sie auch im Schnee und bei leichtem Nieselregen wasserabweisend und dabei doch hervorragend atmungsaktiv sind. Bei Bedarf können sie auch jederzeit in einem Lanolin-Kur-Bad etwas nachgefettet und so auf natürliche Art imprägniert werden.

Eine Auswahl von Kleidung und Windelsystemen aus hochwertigen, unbehandelten oder umweltfreundlich gefärbten und nicht chemisch ausgerüsteten Naturfasern wie Baumwolle, Wolle, Seide oder Hanf finden Interessierte unter

http://www.stadelmann-natur.de/

Hautpflege - aber natürlich!

Für die meisten Frauen sind die tägliche Gesichtspflege und das Make Up so selbstverständlich wie das Zähneputzen. Die Bandbreite an  entsprechenden Produkten auf dem Markt ist fast unüberschaubar. Dabei unterscheiden sich die Produkte nicht nur beim Preis und dem empfohlenen Hauttyp, sondern auch bei den Inhaltsstoffen. Immer mehr Verwenderinnen schwören auf natürliche Inhaltsstoffe. Was für Vorteile bieten Hautpflege und Make Up auf natürlicher Basis?

Es gibt viele Aussagen und auch Vorurteile zu natürlichen Kosmetik Produkten. Dabei setzen beispielsweise viele den Begriff Bio und natürlich gleich. Es gibt biozertifizierte Naturkosmetik, aber nicht alle Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen enthalten Extrakte aus biologischem Anbau. Zudem gibt es ausdrücklich als Naturkosmetik zertifizierte Produkte, die bestimmte Substanzen nicht enthalten dürfen. Dies betrifft etwa bestimmte synthetische Konservierungsmittel. Andere Produkte sind herkömmliche Produkte, die aber auch zusätzlich natürliche Inhaltsstoffe enthalten. Diese für den Verbraucher recht verwirrende Situation erleichtert die Auswahl bei den Produkten nicht.

Es empfiehlt sich auf eingeführte Marken wie etwa LOGONA, Dr. Hauschka,Farfalla oder Culumnatura Pflegeprodukte zurückzugreifen. Die Marken punkten mit eindeutiger Deklaration und sind zertifiziert. Sie bringen daher die Vorteile von natürlichen Kosmetikprodukten umfassend zur Geltung: Konservierungsmittelfrei, ohne Mineralöle und Silikone pflegen sie mit Naturextrakten wie etwa Granatapfel. Dazu kommen wertvolle Öle wie etwa Argan- oder Distelöl, die je nach Hauttyp besonders intensiv die Haut pflegen. Grundsätzlich kann Naturkosmetik alle Funktionen erfüllen, die auch herkömmliche Produkte bieten: Feuchtigkeit spenden, die Hautbalance stärken, fetten, Anti Ageing Funktionen erfüllen, Fältchen mindern, dekorative Zwecke erfüllen und weiteres. Dies allerdings mit dem Zusatz natürlich und damit meist hochverträglich. Weitere Infos auf stylesy.de.

Belastete und unfaire Kinderjeans!

Jetzt geht sie wieder los- die Spielplatz-, Sandkasten- Outdoorsaison. Und was ist da praktischer als eine robuste Jeans, die alle Krabbel- und Kletteraktionen und Kleckereien mitmacht und verzeiht.

 

Ganz aktuell hat Ökotest 20 Kinderjeans genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind mehr als ernüchternd. Keine einzige Kinderjeans ist "gut" oder "sehr gut". Vier Hosen schaffen ein "befriedigendes" Gesamturteil. Mehr als die Hälfte der getesteten Jeans fällt mit einem "ungenügend" durch.

 

Neben allergieauslösenden halogenorganischen Verbindungen wurden in einigen Modellen sogar krebserregendes aromatisches Amin gefunden. Besonders problematisch erweisen sich dabei die Farbstoffbestandteile in Jeans.

 

Transparenz bei der Frage nach sozialen Standards in der Produktion ist schwierig zu finden.

"Die Arbeitsbedingungen in vielen Textilfabriken der Welt sind katastrophal. Ein wichtiges Mittel, um daran etwas zu ändern, ist Transparenz: Nur wer darlegt, wo und wie er produziert, kann durch unabhängige Dritte kontrolliert werden und stellt sich dem Urteil der Öffentlichkeit. ... vom Baumwollanbau über die Spinnereien bis zur Konfektionierung, also dem eigentlichen Nähen der Jeans. Wir wollten wissen, ob die Anbieter mit ihren Vertragspartnern Regelungen zu Mindestlöhnen und zu wichtigen Arbeitsnormen, wie der Vereinigungsfreiheit, getroffen haben und wie sie die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Wir haben zudem gefragt, welche Methoden und Chemikalien für Spezialeffekte an den Jeans zum Einsatz kommen, welche Arbeitsschutzmaßnahmen es dafür gibt und wie es um den Brandschutz bestellt ist."

 

Hier der Testbericht: Hosen runter!

 

Doch welche Alternativen bieten sich?

 

Neben Bio-Baumwollstoffen, die es in unterschiedlichen Stärken gibt eignet sich auch Hanf als robustes und vor allem hautfreundliches Material. Oftmals werden Baumwolle und Hanf auch kombiniert.

Alternativ zu den problematischen Blaufarbstoffen können naturnahe Erdfarben in Grau- und Brauntönen gewählt werde. Doch auch peppiges rot, lila oder grün hat die Biobranche im Sortiment. Die Textilien sollten mit entsprechenden Bio-Qualitätssiegeln zertifiziert sein. Das IVN-BEST-Siegel ist derzeit das Siegel mit den höchsten Ansprüchen an ökologische Textilien, das GOTS-Siegel daneben fordert auch soziale Mindeststandards. 

 

Wickeln, windeln, wegwerfen

"Ein Baby verbraucht in seinem Leben rund 6.000 Windeln. Um komplett abgebaut zu werden, benötigt eine Plastikwindel mindestens 400 Jahre. Aufwendig hergestellt, um in ein paar Stunden ihren Zweck zu erfüllen und dann jahrhundertelang auf einer Müllkippe zu verfaulen: Die Plastikwindel bietet ein perfektes Symbol der modernen Konsumgesellschaft. Die Dokumentation bietet einen seriösen Überblick über die Geschichte der Einmalwindel mit ihren sozialen und ökologischen Aspekten. Anschaulich und humorvoll erzählt sie, wie eine bahnbrechende Erfindung aus den frühen 60ern zum Symbol des modernen Zeitalters wurde. Wie können moderne Eltern die umweltfeindliche Plastikwindel vermeiden und gibt es alternativen Wickelmethoden?"

Quelle: http://www.arte.tv/de/Programm/242,day=2,week=5,year=2012.html Stand 15.02.2012

 

Ein hochinteressanter Beitrag, hier der Link dazu!